# 374 Schlau in 60 Sekunden
Von Glamour.de <3
Wann nimmt man ein Blatt
vor den Mund?
Diese Mode kommt aus dem 16. Jahrhundert: Wenn z. B. -Theaterschauspieler auf der Bühne ordinäre oder kritische Rollen spielten, wollten sie lieber unerkannt bleiben und verdeckten ihr Gesicht mit einem Blatt. Auch fern der Bühne waren Laub- oder Papierblätter beim Tratschen willkommene Schalldämpfer. Wer heute sagt, er nehme „kein Blatt vor den Mund“, ist den Schauspielern von damals ähnlich. Er will nämlich vor allem betonen, wie ehrlich und direkt er ist.
Wieso lügen wir, dass sich
die Balken biegen?
Vielleicht hatte sich Martin Luther 1528, als er diese Formulierung niederschrieb, gerade in seinem Zimmer umgeschaut. Balken waren damals das stabilste Baumaterial, aber, bitte schön, in geradem Zustand. Bogen sie sich unter hoher Last durch, war der Baumeister eine Null und das Haus in Gefahr. Heißt also: Wer es beim Flunkern übertreibt und wilde Geschichten auftischt, muss damit rechnen, dass sein Lügengebäude irgendwann einstürzt.
